Die Handschrift des Erzählers
Wer bin ich als Erzähler?
Eine Werkstatt für Erzählkunst, Handwerk und Persönlichkeit.
Viele Erzähler beschäftigen sich über Jahre mit Geschichten, Märchen, Stimme, Sprache und Bühnenpräsenz. Sie lernen Techniken, erweitern ihr Repertoire und sammeln Auftrittserfahrung.
Doch irgendwann tauchen andere Fragen auf: Wie erzähle ich eine Geschichte so, dass man merkt, dass sie von mir erzählt wird?
Warum erzählt derselbe Text bei zwei Erzählern plötzlich eine völlig andere Geschichte? Warum erkennen wir manche Erzähler schon nach wenigen Minuten wieder? Und was gibst du mit deinen Geschichten eigentlich in die Welt?
In dieser Werkstatt beschäftigen wir uns mit den Fragen, die viele Erzähler nach einigen Jahren Praxis bewegen. Welche Geschichten ziehen mich immer wieder an? Welche Themen begleiten mich? Welche Figuren faszinieren mich? Welche Sicht auf die Welt steckt in meinen Geschichten?
Dabei geht es weder um Selbstvermarktung noch um Positionierung im klassischen Sinn. Es geht um die eigene Art zu erzählen. Um die Themen, die uns wichtig sind, um die Geschichten, die wir auswählen, und um die besondere Art, wie wir sie lebendig werden lassen.
1. Abend: Wer bin ich als Erzähler?
Wir haben oft ein klares Bild davon, wer wir als Erzähler sind oder sein möchten. Das Publikum erlebt uns jedoch manchmal ganz anders. Nicht selten erkennen Zuhörer Themen, Stärken oder Haltungen, die uns selbst gar nicht bewusst sind. Wir gehen unserem erzählerischen Werk auf den Grund und stellen uns die Fragen: Welche Geschichten ziehen mich immer wieder an? Welche Themen begleiten mich seit Jahren? Welche Figuren faszinieren mich? Welche Geschichten würde ich niemals erzählen? Wir erkunden persönliche Vorlieben, Motive und Haltungen und fragen uns, was sie über uns als Erzähler verraten. Anschließend wählt jeder Teilnehmer die Geschichte aus, mit der er im weiteren Verlauf der Werkstatt arbeiten möchte.
2. Abend: Welche Geschichte erzählst du wirklich? Deine Prämisse.
Jede Geschichte enthält viele Geschichten und wenn wir beginnen zu erzählen müssen wir eine Entscheidung treffen, welche Geschichte wir wirklich erzählen möchten. Es ist die Prämisse der Geschichte, in die alles einzahlen soll. Hier sind Fragen relevant, wie:
- Welche Figur steht für dich im Mittelpunkt?
- Welche Motive interessieren dich besonders?
- Wie kannst du auf deine Prämisse kommen?
Wir untersuchen, wie Erzähler durch Auswahl und Gewichtung eine Geschichte prägen und welche Themen und Aussagen dadurch sichtbar werden.
3. Abend: Wie mache ich meine Geschichte sichtbar?
Nachdem wir herausgefunden haben, welche Geschichte wir eigentlich erzählen möchten, geht es nun um die Umsetzung. Welche Szenen erhalten Raum? Welche Figuren treten in den Vordergrund? Wo liegt der emotionale Schwerpunkt? Welche Bilder bleiben beim Publikum hängen? Und welche Aspekte der Geschichte treten eher in den Hintergrund? Wir beschäftigen uns mit Auswahl, Gewichtung, Rhythmus und Perspektive und erforschen, wie Erzähler eine Geschichte prägen.
4. Abend: Die eigene Handschrift schärfen
Hier laufen die Fäden zusammen. Wir beschäftigen uns damit, welche Themen sich durch dein Erzählen ziehen und welche Bilder du immer wieder benutzt. Wir setzen uns mit der Frage auseinander, was dich als Erzähler unverwechselbar macht und vor allem, wofür du mit deinen Geschichten stehen möchtest. Wir bereiten die Arbeit am Abschlusstag vor und schärfen den Blick für die eigene Handschrift.
Abschlusstag: Erzählen und Feedback zu deiner Erzählerpersönlichkeit
Am Abschlusstag steht die Praxis im Mittelpunkt. Jeder Teilnehmer erzählt aus seiner gewählten Geschichte und erhält Rückmeldungen von der Gruppe und der Kursleitung. Welche Themen werden sichtbar? Welche Bilder bleiben hängen? Welche Stärken zeigen sich? Und woran erkennt man dich als Erzähler wieder?
Das nimmst du mit
- Mehr Klarheit über die eigene Art zu erzählen und deine Erzählerpersönlichkeit
- Einen geschärften Blick auf das eigene Repertoire und welche Themen dir wirklich wichtig sind
- Was du mit deinen Geschichten in die Welt geben magst
- Neue Impulse für Dramaturgie und Erzählkunst
- Eine intensiv bearbeitete Geschichte
- Wertvolles Feedback von Kollegen und Kursleitung
- Ein klareres Bild der eigenen erzählerischen Handschrift
Konditionen:
- Dienstagabend jeweils von 19 – 21 Uhr: 30. Juni / 07. Juli / 14. Juli / 21. Juli 2026 und Samstagvormittag: 25.07.2026 von 9.30 – 13.00 Uhr
- Technik Zoom
- Preis: 280 Euro
- Dozentin: Karin Wedra
- Max. 12 Teilnehmer
- Teilnahmevoraussetzung: Erste Erfahrung als Geschichtenerzähler inkl. erste Auftritte


